Die Frage nach der Amortisation ist berechtigt und wird meist falsch gestellt. Eine Wärmepumpe amortisiert sich nicht gegen null, sondern gegen die Alternative — und die heißt fast nie, die alte Heizung ewig weiterzubetreiben.
Der richtige Vergleich
Nicht: Wärmepumpe gegen nichts tun. Sondern: Wärmepumpe gegen neue Gasheizung. Ein Brennwertkessel mit Speicher und Montage kostet 9.000 bis 15.000 Euro. Eine Wärmepumpe nach Förderung 10.000 bis 20.000 Euro. Die Differenz beträgt also oft nur 3.000 bis 8.000 Euro — nicht die vollen 30.000, die im Angebot stehen.
Die Rechnung mit Zahlen
Ein Haus mit 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf:
- Gaskessel: 20.000 geteilt durch 0,92 Nutzungsgrad sind 21.700 Kilowattstunden Gas. Bei 12 Cent inklusive CO2-Preis: 2.600 Euro im Jahr.
- Wärmepumpe: 20.000 geteilt durch 3,5 sind 5.700 Kilowattstunden Strom. Bei 25 Cent: 1.430 Euro im Jahr.
- Differenz: rund 1.170 Euro jährlich.
Bei 5.000 Euro Mehrinvestition ist der Punkt nach gut vier Jahren erreicht. Bei 8.000 Euro nach knapp sieben.
Was zusätzlich hineingehört
- Wartung: Wärmepumpe 150 bis 300 Euro jährlich, Gaskessel 150 bis 250 Euro plus Schornsteinfeger 60 bis 120 Euro.
- Lebensdauer: beide Systeme 18 bis 22 Jahre; der Verdichtertausch bei der Wärmepumpe kostet 2.500 bis 5.000 Euro und tritt nicht regelmäßig auf.
- CO2-Preis: steigt planmäßig und verschiebt die Rechnung jährlich weiter zugunsten der Wärmepumpe.
- Photovoltaik: senkt die Stromkosten der Wärmepumpe um 20 bis 35 Prozent, wenn beides zusammen geplant wird.
- Immobilienwert: schwer zu beziffern, aber ein Gebäude mit fossiler Heizung wird im Verkauf zunehmend abgewertet.
Wann die Rechnung nicht aufgeht
- Bei Arbeitszahlen unter 2,5 — also im unsanierten Altbau mit 65 Grad Vorlauf ohne Heizflächenertüchtigung.
- Bei sehr geringem Wärmebedarf: Wer nur 6.000 Kilowattstunden im Jahr braucht, spart absolut zu wenig, um eine hohe Investition zu tragen.
- Wenn ein Fernwärmeanschluss zu vernünftigen Konditionen ansteht.
Der ehrliche Schluss
Für den typischen Fall — teilsaniertes Einfamilienhaus, Gaskessel am Ende seiner Laufzeit, Förderung mitgenommen — liegt die Amortisation gegenüber einem neuen Gaskessel bei vier bis zehn Jahren. Gegenüber der alten, weiterlaufenden Heizung dauert es länger; nur ist das keine Option, die zwanzig Jahre trägt.
